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Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Islamismus

Die Öffentlichkeitsarbeit des LfV im Bereich Islamismus verfolgt das Ziel, die öffentliche Debatte über Islam und Islamismus zu versachlichen und die bremische Bevölkerung über islamistische Bestrebungen in Bremen zu informieren. Zur Aufklärung über die aktuelle Situation und neue Entwicklungen im Themenbereich Islamismus bietet das LfV Informationen für jedermann und Vorträge für Einrichtungen, Vereine und Schulen an.

Lebenswelten junger Muslime in Deutschland

Herr Prof. Boehnke referiert zum Thema der Veranstaltung
Herr Prof. Boehnke referiert zum Thema der Veranstaltung

25.09.2012

Die mit über 100 Besuchern gut besuchte Podiumsdiskussion „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“ im Haus der Wissenschaft wurde vom Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Bremen, Herrn Hans-Joachim von Wachter, eröffnet. „Die heutige Veranstaltung bildet einen Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Landesamtes für Verfassungsschutz, welche das Ziel verfolgt, über gesellschaftlich relevante Themen sachlich zu diskutieren und dabei den Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu fördern“, erklärte Herr von Wachter zu Beginn der Veranstaltung.

In seinem Vortrag ging Herr Prof. Boehnke von der Jacobs University auf die Kernergebnisse der Studie ein. Wichtig für das Verständnis der Studie sei das Begreifen des Wortes „Integration“ als die Bejahung der Aufnahmekultur bei gleichzeitiger Beibehaltung der Herkunftskultur. Dies sei dann schwierig, wenn die Mehrheitsgesellschaft den zugewanderten Personen das Gefühl gibt, nicht dazuzugehören bzw. nicht willkommen zu sein. So würden radikale Ideologien an Attraktivität gewinnen. Dennoch, „die absolute Mehrheit der befragten Muslime, und damit meine ich über 90%, distanziert sich ausdrücklich vom islamistischen Terrorismus und das unabhängig vom Grad ihrer Religiosität“, erklärte Herr Boehnke. Zusammenfassend hielt er fest: „Ziel für junge Muslime muss es sein, eine problemlose bi-kulturelle Identität entwickeln zu können, sodass sie sich als Muslime in Deutschland heimisch fühlen können“.

Herr Mert von der DITIB bekräftigte das Verständnis von Integration als wechselseitigen Prozess und wies in seinem Statement zu der Studie auf die Wichtigkeit hin, positive Beispiele von Integration vermehrt in die öffentliche Diskussion einzubringen. „Von dem Slogan der Fußballweltmeisterschaft ‚ Respekt’ können wir denke ich lernen, dass wir trotz unserer Unterschiedlichkeiten alle Teil dieses Landes sind“. Herr Gerardu von der Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen merkte an, dass die Religion nicht den einzigen erklärenden Faktor für das Verhalten von Jugendlichen darstelle. Die Wichtigkeit der Bi-kulturalität beschrieb er mit der Metapher: „Die Kinder und Jugendliche müssen sicher auf zwei Stühlen sitzen können“.

Das große Interesse an diesem Thema äußerte sich in der abschließenden, angeregten Diskussion mit dem Publikum.

Link zur Studie des Bundesministerium des Innern

Podiumsdiskussion „Die missbrauchte Religion - Islamisten in Deutschland“

Herr Dr. Müller referiert über Islam und Islamismus in deutschen Jugendkulturen
Herr Dr. Müller referiert über Islam und Islamismus in deutschen Jugendkulturen

20.09.2011

Die gut besuchte Podiumsdiskussion „Die missbrauchte Religion - Islamisten in Deutschland“ wurde vom Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Bremen, Herrn Joachim von Wachter, eröffnet. „Gerade weil es als Landesamt für Verfassungsschutz unsere Aufgabe ist, über Extremismus und Terrorismus aller Facetten zu berichten, sehen wir uns auch in der Verantwortung, durch Versachlichung des Themas ´islamistischer Extremismus` einen Beitrag dafür zu leisten, dass es nicht den Rechtspopulisten oder gar den Rechtsextremisten, gelingt, Angst vor der Religion Islam zu schüren“, erklärte Herr von Wachter zu Beginn der Veranstaltung.

In seinem Vortrag erklärte Herr Dr. Müller, Islamwissenschaftler und Gründer von Ufuq.de, am Beispiel von verschiedenen muslimischen Jugendkulturen die vielfältigen Erscheinungsformen des Islams in Deutschland. Problematisch sind hier vor allem die Salafisten, die unter jungen Muslimen und Konvertiten regen Zulauf haben. Ihre gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung gerichtete Ideologie unterscheidet streng zwischen „wahren Muslimen“ und „Ungläubigen“ und fördert so soziale Abschottung und gesellschaftliche Spannungen. Das Internet spielt eine besondere Rolle. „Googeln Sie einmal Islam, dann kommen Sie in zwei Drittel der Fälle auf salafistisch geprägte Seiten“, so Herr Dr. Müller. Ein extremistisches Islamverständnis definierte er wie folgt: „Sobald ich meine Interpretation des Islams als absolut setze und jeden der mir in dieser Ansicht nicht folgt ausgrenze und abwerte, verfolge ich eine islamistische Einstellung.“

Während der anschließenden Podiumsdiskussion wies Frau Cengiz, stellvertretende Vorsitzende des Bremer Rates für Integration, darauf hin, dass vor allem Muslime unter Anschlägen im Namen ihrer Religion zu leiden haben, da sie dadurch oftmals unter Generalverdacht gestellt werden. Herr Dr. Liffers, Leiter des Projektes „Kultur vor Ort in Gröpelingen“, ergänzte, dass eine heterogene Gesellschaft kein Problem sei, wenn die verschiedenen Bevölkerungsgruppen lernen miteinander friedlich auszukommen.

Das große Interesse an diesem Thema äußerte sich in der abschließenden, anregenden Diskussion mit dem Publikum.

"Die missbrauchte Religion - Islamisten in Deutschland"

Ausstellung

Plakat zur Ausstellung
Plakat zur Ausstellung

Vom 14. bis 29. September 2011,
im Postamt 5, Bahnhofsvorplatz 21, 28195 Bremen

Öffnungszeiten:
Montag – Donnerstag 10.00 – 18.00 Uhr
Freitag 09.00 – 12.00 Uhr

Mit der Wanderausstellung des Bundesamtes für Verfassungsschutz knüpft das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) Bremen an seine Aufklärungs- und Dialogarbeit an, die Bremer Gesellschaft über die Abgrenzung zwischen islamistischen Extremismus und Islam zu informieren und das oft negative Bild über den Islam zu revidieren.

Zentrales Anliegen der Ausstellung ist es, klar zwischen der Weltreligion des Islams und der extremistischen Ideologie des Islamismus zu unterscheiden. In sechs Stationen wird sachlich, differenziert und anschaulich über das Thema „Islamismus in Deutschland“ informiert. Die Ausstellung zeigt die Gegensätze der islamistischen Ideologie zu unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Sie beleuchtet die verschiedenen Erscheinungsformen, Ziele und Aktivitäten islamistischer Organisationen in Deutschland.

Stelltafeln des LfV Bremen
Stelltafeln des LfV Bremen

Das Landesamt für Verfassungsschutz ergänzt die Ausstellung mit drei Stelltafeln über die Situation in Bremen. Diese können über das links stehende Bild heruntergeladen werden.

Gruppen und Schulklassen erhalten nach vorheriger Anmeldung beim Landesamt für Verfassungsschutz unter 0421-5377-201 eine ca. einstündige, fachkundige Ausstellungsführung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

Der Eintritt und die Führung sind frei.

Integrationswoche Labskaus 2010

Das LfV Bremen nahm erstmalig mit einer Veranstaltung zum Thema Islamophobie an der zweiten Integrationswoche „Labskaus“ im Jahr 2010 teil. Unter dem Titel „Alles Unkenntnis? – Islamophobie, kulturelle Distanz und gesellschaftlicher Dialog stellte Gastreferent Dr. Jürgen Leibold von der Universität Göttingen sein Studienergebnis in einem Kurzreferat vor. Anschließend wurde das Phänomen Islamophobie, ihre Ausbreitung, Ursachen und mögliche Ansätze mit verschiedenen Vertretern aus der Praxis kontrovers erörtert. Die Besucher der Veranstaltung stellten zum Schluss fragen an die Referenten.