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Lass Dich nicht als Wegwerf-Agent missbrauchen!

Gegnerische Staaten verfolgen das Ziel, Deutschland und Europa zu schwächen. Dieser Versuch erfolgt insbesondere unterhalb der Schwelle eines offenen militärischen Konflikts. Die Mittel sind Desinformation, Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und verdeckte Einflussnahme auf politische Prozesse. Ein Mittel, das von diesen gegnerischen Staaten gewählt wird, sind sogenannte Low-Level-Agenten: Die manchmal auch als „Wegwerf-Agenten“ bezeichneten Personen werden insbesondere über Social-Media oder Messenger-Dienste angesprochen und angeworben. Gegen Bezahlung führen sie Ausspähaktionen, Sachbeschädigungen oder sogar Sabotageakte durch. Die geheimdienstliche Steuerung wird dabei oftmals verschleiert, indem Hintergründe und Urheberschaft der Aufträge gegenüber den Betroffenen verschwiegen werden. Auf diese Weise wissen die angesprochenen Personen häufig nicht, von wem sie tatsächlich angeworben werden. Ihre Motive sind stattdessen häufig finanzieller Natur. Die ideologische Komponente nimmt – wenn überhaupt – eine nachgeordnete Rolle ein.

Warum nutzen gegnerische Staaten Wegwerfagenten?

Wegwerfagenten sind kostengünstig und es ist häufig nicht nachvollziehbar, wer sie wirklich beauftragt hat. Auf diese Weise können gegnerische Mächte finanzielle Mittel sparen und sie können abstreiten, Auftraggeber gewesen zu sein.

Seit dem Angriff der Russischen Föderation auf die Ukraine hat Russland auch seine hybriden Aktionen gegen NATO- und EU-Staaten verstärkt. Wegwerfagenten sind eine kostengünstige und aus russischer Perspektive sinnvolle Ergänzung zu ihren hauptamtlichen Mitarbeiter:innen. Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine wurden allein aus Deutschland 40 russische Diplomat:innen ausgewiesen, die als Angehörige russischer Geheimdienste identifiziert wurden. Die aus den Ausweisungen und den umfassenden weiteren Sanktionen resultierenden Einschränkungen in der Informationsbeschaffung versuchen die russischen Geheimdienste durch andere Methoden und eine Neuausrichtung zu kompensieren. Dies zeigt sich etwa beim neuartigen Einsatz von Low-Level-Agenten. Da es sich bei den eingesetzten Personen nicht um hauptamtliche Beschäftigte russischer Dienste handelt, ist ihre Enttarnung aus russischer Sicht verkraftbar.

Welche Gefahren bestehen?

Low-Level-Agenten können Sabotageakte begehen. Sie können aber auch falsche und fingierte Informationen verbreiten oder an Aktionen beteiligt sein, die dann unliebsamen politischen Akteuren zugeschrieben werden. Auf diese Weise sollen sie zu politischer Instabilität beitragen, staatliche und politische Akteure diskreditieren und die Demokratie schwächen.

Durch Low-Level-Agenten wird auch immer wieder kritische Infrastruktur ausgeforscht. Dazu gehören militärisch genutzte Anlagen, aber auch Verkehrs- oder Energieinfrastrukturen. Auf diese Weise können besonders bedeutsame Orte und ihre Schwachstellen identifiziert werden, die bei zukünftigen Operationen oder im Spannungs- und Kriegsfall zu Zielen werden sollen. Durch Sabotagehandlungen können auch heute schon Unterbrechungen bei der Versorgung mit Energie oder Wasser erfolgen – und auch Verkehrswege können betroffen sein. Aber nicht nur die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, von Unternehmen oder der Bundeswehr ist durch solche Aktionen in Gefahr. Wegwerfagenten bringen sich auch selbst in Gefahr. Denn sie machen sich strafbar und müssen mit entsprechenden strafrechtlichen Konsequenzen rechnen – und bei der Tatbegehung (etwa an Energieanlagen) drohen Gefahren für Leib und Leben. Sie setzen ihre Gesundheit und Freiheit für eine gegnerische Macht aufs Spiel, die kein Interesse an ihnen als Personen hat.

Wer kann angesprochen werden?

Potentiell jeder, aber insbesondere auch solche Menschen, bei denen gegnerische Geheimdienste ein finanzielles Interesse und/oder ein Erpressungspotential identifiziert haben. Außerdem können auch Menschen angesprochen werden, die als „ideologisch offen“ angesehen werden – etwa Menschen aus der links- oder rechtsextremistischen Szene oder aus der Szene der „Reichsbürger:innen und Selbstverwalter:innen“.

Ist auch Bremen betroffen?

Gerade Bremen und Bremerhaven können Ziel von Wegwerfagenten werden. Das liegt unter anderem an den der Bedeutung der Häfen in Bremerhaven, die eine der wichtigsten NATO-Drehscheiben sind. Hinzu kommt Bremens starke Stellung in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, auch sind führende Unternehmen der Luft- und Raumfahrt am Standort Bremen angesiedelt. Diese strategische Bedeutung machen Bremen und Bremerhaven zu einem besonderen Ziel für Sabotage und Spionage. Deswegen besteht auch die Gefahr, dass Bremerinnen und Bremer von gegnerischen Geheimdiensten angesprochen werden – oder, dass Wegwerfagenten in das Land Bremen geschickt werden.

Was können Sie tun?

Lassen Sie sich nicht für Aufträge wie Ausspähaktionen, Sachbeschädigungen oder Sabotagehandlungen anwerben! Seien Sie aufmerksam! Verdächtige Aktivitäten können Sie der Polizei oder dem Landesamt für Verfassungsschutz Bremen melden (office@lfv.bremen.de).

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat den Flyer „Sabotage stoppen“ herausgegeben. In deutscher, ukrainischer, englischer und russischer Sprache wird vor Gefahren durch Anwerbeversuche in sozialen Medien und Messengerdiensten gewarnt. Er kann hier herunterladen werden: Sabotage stoppen – Ihr Hinweis zählt.

Gefährliche Prediger im Netz:

Du scrollst. Sie predigen. Wir warnen.

Männliche Prediger prägen heute die salafistische Szene: Sie treten als „Szenegrößen“ auf und verbreiten ihr extremistisches Weltbild über Social-Media. Der Salafismus ist eine besonders fundamentalistische Strömung des Islamismus. Seine Vertreterinnen und Vertreter berufen sich auf die Frühzeit des Islam und behaupten, aktuelle Probleme ließen sich durch die Rückkehr zu einem vermeintlich „reinen Ur-Islam“ lösen.

Wie die Botschaft wirkt

• Plattformen wie YouTube, TikTok und Instagram sind zentrale Bühnen. In Videos beantworten Prediger Alltags- und Glaubensfragen oder sprechen umfassend über theologische sowie politische Themen – stets im Sinne ihrer Ideologie.
• Inhalte wirken niederschwellig: Buchtipps, „Erklärvideos“ zu Konflikten, scheinbar praktische Ratschläge. Tatsächlich wird die Welt in Gut und Böse geteilt – auch Musliminnen und Muslime, die demokratische Werte leben, werden abgewertet oder des Unglaubens bezichtigt.
• Der schnelle, pointierte Stil verschafft hohe Reichweiten und mitunter einen „Popstar-Status“. Das erleichtert den Schritt in die Offline-Welt.

Vom Feed auf die Bühne

Bekannte salafistische Prediger touren durch Moscheevereine in Deutschland und ziehen besonders junge Menschen an. In diesem geschützten Rahmen verbreiten sie ihre extremistischen Positionen – häufig nahe an der Grenze zur Strafbarkeit. Für Szeneangehörige ist die Botschaft eindeutig, für Außenstehende hingegen oft schwer zu erkennen: Viele Aussagen lassen mehrere Deutungen zu und wirken dadurch harmloser, als sie sind.

Warum das problematisch ist

• Extremistische Prediger bieten einen leichten Einstieg in die Szene, indem sie Themen aufgreifen, die junge Menschen bewegen: Umgang mit Andersgläubigen, der Nahostkonflikt, Schul- und Alltagsfragen.
• Nutzerinnen und Nutzer merken nicht immer, dass sie problematischen Content konsumieren – ein Risiko für schleichende Radikalisierung.

Woran Sie zweifelhafte Inhalte erkennen können

• Vermeintlich absolute Wahrheiten: „Nur dieser Weg ist richtig“ – ohne Raum für Diskussion oder Mehrdeutigkeiten.
• Abwertung und Ausgrenzung: Menschen werden pauschal als „Ungläubige“ oder „schlechte Muslime“ markiert.
• Freund–Feind Denken: Komplexe Konflikte werden auf simple Schuldzuweisungen reduziert.

Was Sie tun können

• Grenzen setzen: Problematische Inhalte nicht teilen – auch nicht „zur Warnung“ – und Meldefunktionen der Plattformen nutzen.
• Gespräch suchen: Mit Jugendlichen ruhig und respektvoll über Inhalte sprechen, statt zu moralisieren. Fragen stellen, Alternativen zeigen.
• Hilfe holen: Beratung und Unterstützung für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte gibt es bei KODEX (Kompetenzzentrum für Deradikalisierung und Extremismusprävention im Land Bremen) sowie ADERO, der Fachstelle für religiös begründeten Extremismus
• Verdächtige Aktivitäten oder Radikalisierungstendenzen können Sie zudem dem Landesamt für Verfassungsschutz Bremen melden: office@lfv.bremen.de

Unser Auftrag

Das Landesamt für Verfassungsschutz Bremen beobachtet extremistische Bestrebungen, die sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung richten. Wir informieren, klären auf und unterstützen Prävention – online wie offline.

Kontakt und Beratung

• Hinweise melden: vertraulich und auf Wunsch anonym.
• Präventionsangebote: Workshops, Informationsmaterial, Beratung für Schulen, Vereine und Eltern.

Wer früh hinschaut, schützt unsere Demokratie und unsere Freiheit. Wenn Ihnen online Predigten begegnen, die spalten, abwerten und einfache Antworten auf komplexe Fragen versprechen: Bleiben Sie kritisch – und sprechen Sie uns gerne an.

Warnung vor Phishing über Messengerdienste

Warnung vor Phishing über Messengerdienste

Zunächst einmal- was bedeutet Phishing eigentlich genau?

Phishing kommt vom englischen Wort „fishing" (Angeln) – die Schreibweise mit „Ph" ist ein Slangwort aus der Welt der Hacker.
Beim Phishing versucht jemand, Sie durch Täuschung dazu zu bringen, freiwillig sensible Informationen preiszugeben – zum Beispiel Passwörter, PINs oder persönliche Daten. Die Angreifer „angeln" also nach Ihren Daten, indem sie sich als jemand ausgeben, dem Sie vertrauen. Zum Beispiel einem angeblichen technischen Support-Team eines Messengerdienstes wie zum Beispiel Signal.

Die Nachrichten wirken oft täuschend echt und erzeugen absichtlich Druck und Dringlichkeit („Handeln Sie sofort!", „Ihr Konto wird gesperrt!"), damit Sie erst gar nicht lange nachdenken.
Die Akteure behaupten, dass ein akutes Sicherheitsproblem bestünde und ohne sofortiges Handeln z.B. der Verlust aller Daten drohe. Wer daraufhin z.B. seine Signal-PIN preisgibt, ermöglicht den Angreifern, das eigene Konto auf einem fremden Gerät zu übernehmen.

In der aktuell identifizierten Kampagne eines wahrscheinlich staatliche gesteuerten Cyberakteurs stehen bislang vor allem Personen aus Politik, dem Militär, der Diplomatie und dem Journalismus im Visier – aber vergleichbare Angriffe können jeden treffen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links beim Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik in Abstimmung mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz:

Gemeinsamer Sicherheitshinweis (BfV und BSI) - Phishing über Messengerdienste
Phishing über Messengerdienste, insbesondere Signal
Handlungsleitfaden bei Phishing über den Signal Support

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